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FERIENORDNUNG NEU – kindgerecht und familienfreundlich!

Regelmäßig wird die Ferienordnung öffentlich diskutiert: Einmal geht es um die Einführung der Herbstferien, dann wieder um die Kürzung der Sommerferien oder die Sinnhaftigkeit schulautonomer Tage, u.s.w.

  

Beauftragt von der Vollversammlung 2009 befassen sich die Gremien des Pflichtschulelternverbandes (Dachverband), unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse, mit den Möglichkeiten den Schultag und das Schuljahr zu optimieren.

  

Der Dachverband der Pflichtschulelternvereine hat im November und Dezember 2006 eine Umfrage gemacht, wie Eltern zu der derzeitigen Ferienordnung, zu den schulautonomen Tagen usw. stehen.

127.505 Familien, das sind 11% aller Familien mit Kindern in irgendeiner Schule, davon 61% bzw. 77.878 Eltern mit Kindern an Pflichtschulen und 39% bzw. 49.627 Eltern mit Kindern an einer AHS oder BMHS haben ihre Meinung abgegeben. 

Das genaue Ergebnis der Umfrage erfahren Sie hier:  



  

Wünsche der Eltern zur Gestaltung des Schuljahres

  

  

Eine Umfrage des Dachverbands der Pflichtschulelternvereine in Zusammenarbeit mit

  • Bundesverband der Elternvereine an Mittleren und Höheren Schulen in Österreich
  • Verband der Elternvereine an Höheren und Mittleren Schulen Wiens
  • Hauptverband katholischer Elternvereine

    

  

  

Jänner 2007                                                 

  

Einleitung

  

Jahr für Jahr wird die Ferienordnung öffentlich diskutiert: Einmal geht es um die Einführung der Herbstferien, dann wieder um die Kürzung der Sommerferien oder die Sinnhaftigkeit schulautonomer Tage, u.s.w. Die Abfrage solcher einzelner Vorschläge ergab bisher stets das gleiche Bild: Etwa die Hälfte der Eltern war dafür, die andere Hälfte war dagegen und Handlungsanleitungen ließen sich aus diesen Ergebnissen nicht ableiten.

  

Gleichzeitig werden wir regelmäßig damit konfrontiert, dass...

  

  • ...nur 10 - 15% der Eltern sich einen Schiurlaub oder wiederholte Kurzurlaube leisten können
  • ...der Urlaub der Eltern in der Regel wesentlich kürzer ist als die Ferienzeiten
  • ...die Betreuung der Kinder in den Schulferien vor allem für berufstätige Eltern ein immer größeres Problem darstellt
  • ...Mehrkindfamilien und Alleinerzieher/innen sehr oft Probleme mit den „schulautonomen Tagen" haben

  

Wir entwickelten daher ein völlig neues Gesamtkonzept für die Neugestaltung des Schuljahres im Sinne einer optimalen Schülerarbeitszeit und einer gleichmäßigen Aufteilung der Lern und Erholungsphasen auf das Schuljahr. Auf diesem Weg sollte die Zufriedenheit mit dem bestehenden System und der Wunsch nach Veränderungen erhoben werden.

  

Die Umfrage

  

Österreichs Schulen verzeichnen rund 1.170.000 SchülerInnen, davon 784.440 an Pflichtschulen und 388.615 an mittleren und höheren Schulen (Statistisches Taschenbuch des bm:bwk, 31. 10. 2006). Nicht berücksichtigt sind dabei die Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung sowie die Schulen für Berufstätige, die grundsätzlich zum Schulwesen gerechnet werden.

  

Die Umfrage wurde am 3. November 2006 der Öffentlichkeit präsentiert, die Fragebögen von diesem Tag bis zum Jahresende gesammelt und ausgewertet.

  

An der vorliegenden repräsentativen Umfrage beteiligten sich 127.505 Familien (das sind 11% aller Familien mit Kindern in irgendeiner Schule), davon 61% bzw. 77.878 Eltern mit Kindern an Pflichtschulen (10% aller betroffener Familien) und 39% bzw. 49.627 Eltern mit Kindern an einer AHS oder BMHS (13% aller betroffener Familien). Ein Volksbegehren mit dieser Beteiligung müsste im Nationalrat behandelt werden.

  

Eine bundesländerspezifische Auswertung ist für Wien (11% Beteiligung), Niederösterreich (14%), Burgenland (7%), Oberösterreich (33%) und Vorarlberg (10%) möglich. in den übrigen Bundesländern sind die Ergebnisse nicht repräsentativ, da die Beteiligung deutlich unter 5% liegt.

  

Zwei Drittel der Fragebögen kommen aus Oberösterreich. Die Zustimmung bzw. Ablehnung ist in dieser Gruppe bei einzelnen Fragen deutlich höher, die Ergebnisse liegen trotzdem im Trend der übrigen Bundesländer.

  

Die Ergebnisse in Kurzform

  

Semester oder Trimester

88% der Eltern stimmen gegen Trimester und formulieren eine eindeutige Präferenz für ein Semester-System.

  

APS               86%

AHS/BMHS   91%

Wien               86%

NÖ                  81%

OÖ                  91%

V                     67%

B                     84%

  

Gründe: Trimester bedeuten noch größeren Notendruck und Stress für die Kinder, die Zeugnisnoten werden sehr oft nur auf Grund der Schularbeitsnoten berechnet - alle übrigen Schülerleistungen bleiben unberücksichtigt - die Eltern befürchten noch mehr Schularbeiten.

  

Herbstferien

Rund 80% lehnen Herbstferien ab.

APS                 79%

AHS/BMHS       81%

Wien                74%

NÖ                  74%

OÖ                  87%

B                     75%

Gründe: Die Kinder dürfen nicht zu rasch nach den langen Sommerferien aus dem Lernrhythmus gerissen werden, Eltern bekommen in dieser Zeit keinen Urlaub, unbeständiges Herbstwetter macht Urlaub in Österreich unattraktiv.

  

Ausnahme: In Vorarlberg wurden die Herbstferien zum zweiten Mal (begrenzt auf 2 Jahre) eingeführt. Eine Umfrage ergab damals eine Zustimmung von 2/3 der Eltern, dies wird durch die vorliegende Umfrage erhärtet: 60% stimmen für Herbstferien.

  

Weihnachtsferien

99% der Eltern sind für die Beibehaltung wie bisher.

  

  

Semesterferien

91% der Eltern treten für die Beibehaltung der Semesterferien ein.

APS                90%

AHS/BMHS      94%

Wien               85%

NÖ                  86%

OÖ                  96%

V                     77%

B                     89%

Gründe: Wintersport, weniger Andrang beim Schifahren als zu Weihnachten, auch Tagesausflüge werden als billigere Alternative zu einem Schiurlaub gerne durchgeführt.

  

Osterferien

Rund 74% der Befragten sind für die Beibehaltung der Osterferien wie bisher.

APS                 76%

AHS/BMHS       71%

Wien               72%

NÖ                  66%

OÖ                  77%

V                     60%

B                     73%

Gründe: Oft liegt zu Ostern zu wenig Schnee für Wintersportarten, es herrscht zu unbeständiges Wetter als Ersatz für einen Sommerurlaub.

  

Pfingstferien

59% wollen nicht, dass der Pfingstdienstag schulfrei ist. Auch Osterdienstag und der Feiertag des Landespatrons sollen normale Schultage sein.

  

APS                62%

AHS/BMHS      55%

Wien               55%

OÖ                  68%

V                     62%

B                     53%

  

Gründe: Es gibt ohnedies viel zu viele freie Tage, je jünger die Kinder, desto gravierender ist das Betreuungsproblem.

  

Ausnahme: Die Niederösterreichischen Eltern sind zu 63% für die Beibehaltung dieser freien Tage.

  

  

  

  

Sommerferien

Pflichtschule

34% der Eltern (hochgerechnet rund 250.000 Familien) wünschen eine Verkürzung der Sommerferien auf 8 Wochen (10% sogar auf 4 - 6 Wochen). Besonders groß ist dieser Wunsch in Vorarlberg, Niederösterreich und Burgenland.

  

Wien               38%

NÖ                  52%

OÖ                  15%

V                     67%

B                     42%

  

Gründe:

  • o Regionale Unterversorgung mit Kinderbetreuung (ganztägige Schulformen, Hort, Ferienaktionen, uam.)
  • o Zu hohe Elternbeiträge für bestehende Angebote

Gründe für die Ablehnung der Kürzung auf 8 Wochen:

  • o 1 Woche Kürzung ist viel zu wenig gemessen am Urlaub der Eltern
  • o Betriebliche Urlaubsplanung (3x3 Wochen bei insgesamt 9 Wochen

Ferien, aber 2x3 und 1x2 Wochen bei insgesamt 8 Wochen Ferien)

AHS, BMHS

In der AHS-Unterstufe bietet sich ein ähnliches Bild wie in der Pflichtschule.

83% der Eltern der Oberstufenschüler sind vehement gegen eine Kürzung der Sommerferien.

  

Grund: Berufspraktika und Ferialpraktika dauern 1 Monat und nicht nur 4 Wochen

  

Schulautonome Tage

82% der Eltern fordern die Umwandlung der Schulautonomen Tage in zentral verordnete Zwickeltage.. Besonders groß ist dieser Wunsch im Burgenland (Pendler) und in Wien.

  

APS                87%

AHS/BMHS      75%

Wien               89%

NÖ                  71%

OÖ                  84%

V                     67%

B                     89%

  

Gründe:

    • Die Eltern lehnen zusätzliche freie Tage vehement ab und sind gegenüber den verschiedensten freien Einzeltagen sehr skeptisch
    • Die Eltern (nicht nur Mehrkindfamilien) wollen rechtzeitig über freie

Tage informiert werden, um besser planen können

    • Viele Eltern fühlen sich bei der Abstimmung im Schulforum / SGA vom Schulleiter überfahren

  

Schulinterne Lehrerfortbildung (SCHILF)

Zwei Drittel der Eltern lehnen zusätzliche schulfreie Tage wegen SCHILF ab. An ohnehin freien Tagen, wie das ursprünglich bei der Einführung der Schulautonomen Tage geplant war, fordern fast 2/3 der Eltern SCHILF.

  

APS               60%

AHS/BMHS     65%

  

  

Die Schlussfolgerungen

  

  • 1. Statt Schulautonomer Tage sollen zentral einzelne Zwickeltage rechtzeitig (1 Jahr vorher) schulfrei erklärt werden. Für die Oberstufe ist eine eigene Regelung besonders für die Maturajahrgänge denkbar und sinnvoll.

  

  • 2. Osterdienstag, Pfingstdienstag und die Landespatrontage sollen nicht schulfrei sein.

  

  • 3. Jede Schule soll verpflichtend 2 Tage Schulinterne Lehrerfortbildung pro Jahr in der unterrichtsfreien Zeit durchführen.

  

  • 4. Verbesserung der Leistungsbeurteilung: Die Zeugnisnoten dürfen nicht nur das Resultat der Schularbeitsnoten sondern müssen alle Schülerleistungen berücksichtigen. Ein effektives, verpflichtendes Frühwarnsystem muss bestehende Defizite rasch erkennen, analysieren und abbauen. Dafür sind die Beratung der Eltern und der SchülerInnen sowie die Entwicklung gezielter Fördermaßnahmen und eine transparente und informative Leistungsbeurteilung notwendig.

  

  • 5. Die Eltern fordern das Recht auf ein bedarfsgerechtes (unabhängig von der Eröffnungszahl), pädagogisch hochwertiges und für die Eltern leistbares Angebot an Tagesbetreuung. Sie erwarten ein qualitativ hochwertiges Programm, das Unterricht, Lernstunden, Interessens- und Begabungsförderung sowie Beiträge zu einer gesunden Entwicklung der SchülerInnen umfasst. Dieses Angebot muss auch in den Ferienzeiten bestehen.

  

Übersicht

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