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Frühwarnsystem und Förderunterricht
  • Informations- und Beratungspflicht bei auffälligem Verhalten eines Schülers
  • Informations- und Beratungspflicht bei drohendem „Nicht Genügend“
  • Verpflichtendes standortbezogenes Förderkonzept
  • Förderunterricht



Informations- und Beratungspflicht bei auffälligem Verhalten eines Schülers
(§ 19 und § 48 SchUG)

Wenn das Verhalten eines Schülers auffällig ist, wenn der Schüler seine Pflichten (Mitarbeit, Einordnung in die Gemeinschaft, Unterrichtsarbeit) in schwer wiegender Weise nicht erfüllt und wenn es die Erziehungssituation erfordert, sind die Erziehungsberechtigten unverzüglich zu verständigen und vom Klassenvorstand bzw. vom unterrichtenden Lehrer zu einem beratenden Gespräch einzuladen, damit Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Verhaltenssituation beraten bzw. erarbeitet werden können.

Informations- und Beratungspflicht bei drohendem „Nicht Genügend“
(§ 19 SchUG)

Mit 1. 1. 2005 wurde das „Frühwarnsystem“ in das 1. Semester vorverlegt. Ziel der Vorverlegung ist es, durch frühzeitige Informationen der Erziehungsberechtigten
und die Beratung und die Festlegung von individuellen Fördermaßnahmen, eine möglichst frühe Verbesserung der Leistungssituation und die Vermeidung von „Nicht Genügend“ zu erreichen. Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen und Erläuterungen zur neuen Regelung sind in einem vom BMBWK erstellten Gesprächsleitfaden festgehalten. Diese Unterlagen sind in der Direktion der 5. bis 13. Schulstufe erhältlich bzw. unter
http://www.schulpsychologie.at/fruehwarnsystem.htm abrufbar.

Verpflichtendes standortbezogenes Förderkonzept


Die Förderung von Schülerinnen und Schülern ist ein grundlegender pädagogischer Auftrag der Schule und ein elementares Prinzip jedes Unterrichts. Förderung ist einerseits die bestmögliche Entwicklung der Leistungspotenziale aller Schüler, andererseits soll Förderung Lernversagen – und damit auch negative Beurteilungen – möglichst verhindern. Sie stellt ein Qualitätselement von Schule dar.
Förderung erfolgt
1.    durch intensives Individualisieren des Unterrichts und durch differenzierte Unterrichtsgestaltung
2.    durch zusätzliche Maßnahmen wie Freigegenstände und Unverbindliche Übungen, aber auch durch den Förderunterricht.
Im Rahmen des Frühwarnsystems sind von den Klassenvorständen oder den unterrichtenden Lehrern insbesondere Fördermaßnahmen zur Vermeidung einer negativen Beurteilung zu erarbeiten. Diese Maßnahmen werden in möglichst strukturierter Form mit dem Schüler sowie den Erziehungsberechtigten besprochen und beraten. Schulen sind, beginnend mit dem Schuljahr 2005/06, verpflichtet, ein standortbezogenes Förderkonzept zu entwickeln, dieses laufend zu evaluieren und jährlich zu adaptieren. Dieses ist den Schulpartnern bekannt zu geben, um Schülern und Erziehungsberechtigten Grundlagen für Entscheidungen zu geben. Das Förderkonzept soll den Förderbedarf des Standortes und das Qualifikationsprofil des Lehrerteams berücksichtigen und alle vorhandenen Ressourcen mit einander verknüpfen.

Förderunterricht

Unter Förderunterricht sind Unterrichtsveranstaltungen zu verstehen, die nicht beurteilt werden und die bestimmt sind
-    für Schüler, die in Pflichtgegenständen eines zusätzlichen Lernangebotes bedürfen, weil sie die Anforderungen in wesentlichen Bereichen nur mangelhaft erfüllen oder wegen eines Schulwechsels Umstellungsschwierigkeiten haben,
-    in Sonderschulen auch für Schüler, die auf den Übertritt in eine Schule, die keine Sonderschule ist, vorbereitet werden sollen,
-    in Pflichtgegenständen, die leistungsdifferenziert geführt werden, für Schüler, die auf den Übertritt in eine höhere Leistungsgruppe vorbereitet werden sollen, und für Schüler, deren Übertritt in eine niedrigere Leistungsgruppe verhindert werden soll.

Voraussetzungen
-    Eine Verpflichtung zur Teilnahme am Förderunterricht besteht für Schüler an Haupt- und Berufsschulen, wenn der den betreffenden Pflichtgegenstand unterrichtende Lehrer feststellt, dass der Schüler zur Vorbereitung auf den Übertritt in eine höhere Leistungsgruppe oder zur Vermeidung des Übertrittes in eine niedrigere Leistungsgruppe des Förderunterrichtes bedarf.
Dies gilt auch für den Förderunterricht in den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache der Hauptschule während des Beobachtungszeitraumes und in der niedrigsten Leistungsgruppe, wenn der Schüler des Förderunterrichtes bedarf, weil er die Anforderungen in wesentlichen Bereichen nur mangelhaft erfüllt oder wegen eines Schulwechsels Umstellungsschwierigkeiten hat.
-    Soweit diese Verpflichtung nicht besteht, können sich Schüler nach Feststellung der Förderungsbedürftigkeit zur Teilnahme am Förderunterricht anmelden.

Bei Wegfall der Förderungsbedürftigkeit kann sich der Schüler von der weiteren Teilnahme am Förderunterricht abmelden. Sofern allerdings nach Feststellung des Lehrers die Förderungsbedürftigkeit noch besteht, bedarf die Abmeldung der Zustimmung des Schulleiters. In welchem Ausmaß ein Schüler am Förderunterricht teilnehmen kann, wird durch Verordnung des BMBWK bestimmt.

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